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Das Restless Legs Syndrom 

die Krankheit der „Rastlosen Beine“

Man schätzt, dass in Deutschland etwa 4-8 Millionen Menschen am RLS leiden. Sie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, die auch leider heute noch selten erkannt oder oft fehldiagnostiziert wird.

Viele Menschen leiden, meist in Ruhesituationen, unter Missempfindungen in den Beinen. Vor allem nachts und im Sitzen entsteht ein starker Drang, die Beine zu bewegen. Patienten beschreiben dieses Gefühl oft mit dem Satz:

„Irgendetwas im Innern meines Beines/ meiner Beine zwingt mich dazu, diese zu bewegen, als würden sie von allein weglaufen wollen.“

Wird diesem Drang nachgegeben, bessern sich die Beschwerden oft während der Bewegung selbst. Treten die Symptome zu Zeiten der Bettruhe auf, führen sie bei rund 90% der Betroffenen zu Ein- oder Durchschlafstörungen. Man wird zum sogenannten „Night Walker“ – einem „Nachtläufer“. Auch wenn dies Linderung verschafft, bringt es den Patientin aber gleichzeitig um einen Teil des notwenigen Schlafes, was wiederum gesundheitliche Probleme mit sich führt.

Patienten nehmen die Symptome am Anfang meist nicht ernst, halten sie nicht für Zeichen eine Krankheit, oder glauben, dass der Weg zum Arzt nicht nötig sei. Erst wenn die Beschwerden schon die Lebensqualität einschränken und nicht mehr tolerierbar sind, wird ein Arzt aufgesucht. Hinzu kommt, dass viele Betroffene ihr Leiden anderen nur schwer beschreiben können, Mühe haben sich verständlich zu machen.

Das Restless Legs Syndrom kann in jedem Alter auftreten und die Merkmale sind im Einzelfall nicht immer von gleicher Stärke. Es gibt häufig kürzere oder längere Perioden, in denen man von den oben beschriebenen Auswirkungen betroffen ist. Treten die Symptome jedoch täglich auf, sollte dieses Krankheitsbild gezielt medikamentös behandelt werden.

Die Beschwerden selbst sind schon seit Jahrhunderten bekannt, werden aber erst heute als relevante Erkrankung mit ganz eigener Pathophysiologie betrachtet und behandelt.

Beim Besuch des Facharztes unterscheidet dieser zunächst, ob es sich um eine idiopathische Form, bei der es keine zusätzlichen Faktoren, die die Erkrankung auslösen könnten gibt, oder um die symptomatische Form handelt. Bei letzterer lassen sich die Symptome auf ein anderes Krankheitsbild (Nierenerkrankung, Eisen und Vitaminmangel,  rheumatische Erkrankungen, Polyneuropathien u.ä.), oder auf die Einnahme von Medikamenten oder bestimmter Substanzen, wie Alkohol,  zurückführen. Auch in der Schwangerschaft können Beschwerden auftreten. Sie verschwinden aber meist kurz nach der Entbindung.

Geheilt werden kann das RLS noch nicht. Es gibt heute aber Medikamente, welche die motorischen und sensorischen Beschwerden bei mehr als 80% der Behandelten deutlich lindern. Ihr Arzt wird ihnen darüber hinaus Empfehlungen zur Schlafhygiene geben, mit ihnen gemeinsam also analysieren, welche Maßnahmen zusätzlich erforderlich sind, wie z.B. der Verzicht auf Kaffe und Alkohol. Er berät sie im Bezug auf den Umgang mit schwerer körperlicher Arbeit oder Stress und sorgt so dafür,

dass sie in Zukunft auch wieder ruhiger Schlafen können !


 

 

Nervenärztliche Gemeinschaftspraxis Erfurt

Dr. A. Roos-Janke - Fachärztin für Neurologie

U. Janke - Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

M. Jurisch - Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Andreasstraße 8 - 99084 Erfurt